Im Vergleich zu traditionellen Lehrmethoden bietet der Jigsaw-Classroom mehrere Vorteile:
- Die meisten Lehrer finden die Jigsaw-Methode sehr leicht zu erlernen
- Die meisten Lehrer genießen es, nach ihr zu arbeiten
- Die Methode kann mit anderen Lehrstrategien kombiniert werden
- Sie funktioniert sogar, wenn sie nur für eine Stunde täglich angewandt wird
- Sie ist kostenlos
Zu gut um wahr zu sein? Ja und nein. Es wäre irreführend, anzunehmen, daß Unterrichtsstunden nach der Jigsaw-Methode immer reibungslos funktionierten. Gelegentlich sprechen dominante Schüler zuviel oder versuchen die Gruppe zu kontrollieren. Wie kann das vermieden werden?
Manche Schüler sind schlechte Leser oder langsame Denker und haben Probleme, einen guten Vortrag für ihre Gruppe auszuarbeiten. Wie kann man ihnen helfen?
Wiederum andere Schüler sind so begabt, daß sie sich langweilen, wenn sie mit den langsameren Schülern zusammenarbeiten müssen. Ist die Jigsaw-Methode auch für sie effizient?
In manchen Fällen haben Schüler nie zuvor die Erfahrung kooperativen, gemeinschaftlichen Lernens gemacht. Wird die Jigsaw-Methode mit älteren Schülern, die gewohnt sind, mit anderen zu konkurrieren, funktionieren?
All diese Probleme sind real, aber nicht fatal.
Das Problem der dominanten Schüler
Viele Jigsaw-Lehrer finden es sinnvoll, für jede Stunde und Gruppe immer wechselnd Diskussionsführer zu ernennen. Es ist die Aufgabe des Diskussionsleiters, die Schüler auf eine faire Weise anzusprechen und zu versuchen, die Beiträge möglichst gleichmäßig zu verteilen. Zusätzlich sehen die Schüler rasch ein, daß die Gruppe besser arbeiten kann, wenn jedem Schüler die Möglichkeit gegeben wird, seinen Vortrag in Ruhe zu halten, bevor Fragen gestellt und Kommentare abgegeben werden können. Dadurch reduziert die Gruppe schon im eigenen Interesse das Problem der Dominanz.
Das Problem der langsamen Schüler
Lehrer müssen sicherstellen, daß Schüler, die schlecht lernen, der Gruppe keinen unzulänglichen Vortrag präsentieren. Falls dies geschieht, kann der Schuß nach hinten losgehen.
Um diesem Problem vorzubeugen, beruht die Jigsaw-Technik auf den Experten-Gruppen. Bevor sie ihren Jigsaw-Gruppen Berichte präsentieren, begibt sich jeder Schüler in die entsprechende Expertengruppe, die sich aus den anderen Schülern zusammensetzt, die den gleichen Bericht vorbereiten. In den Expertengruppen haben Schüler die Möglichkeit, über ihre Vorträge zu diskutieren und sie gegebenenfalls abzuändern, gemäß den Vorschlägen der übrigen Experten. Dieses System funktioniert sehr gut.
Zu Beginn können Lehrer die Expertengruppen kontrollieren, um sicherzugehen, daß jeder Schüler einen fehlerfreien Vortrag für seine Jigsaw-Gruppe ausarbeitet.
Die meisten Lehrer sind der Ansicht, daß eine intensive Kontrolle nicht mehr nötig ist, sobald die Expertengruppen einmal „den Dreh raus haben“.
Das Problem „zu guter“, gelangweilter Schüler
Langeweile kann in jedem Klassenraum ein Problem sein, ungeachtet der praktizierten Lehrmethode.
Untersuchungen deuten darauf hin, daß in Jigsaw-Klassen weniger Langeweile vorkommt, als in traditionellen Klassen. Sowohl gute, als auch schlechte Schüler in Jigsaw-Klassen erzählen eher, daß sie Schule allgemein mögen. Schließlich kann die Erfahrung, mal selbst die Position des Lehrers innezuhaben, ein aufregender Schritt für alle Schüler sein. Wenn intelligente Schüler ermuntert werden, ein Gespür für die Denkweise eines Lehrers zu entwickeln, kann diese Lernerfahrung außerordentlich spannend für sie sein. Durch den Perspektivenwechsel können Schüler wichtige Erfahrungen sammeln. Außerdem ist das Lernen oft gründlicher.
Das Problem der Schüler, die gewohnt sind, zu konkurrieren
Untersuchungen legen nahe, daß die Jigsaw-Methode am stärksten wirkt, wenn sie bereits in der Grundschule eingeführt wird. Wenn Kinder dieser Methode bereits in jungen Jahren ausgesetzt sind, ist wie bei einer Wiederholungsimpfung, kaum mehr als eine Schulstunde pro Tag nötig, um die positive Wirkung des kooperativen Lernens aufrecht zu erhalten. Aber was, wenn die Jigsaw-Methode nicht in der Grundschule angewandt wurde? Es ist zugegebenermaßen ein schwieriger Kampf, Sechzehnjährigen, die nie zuvor diese Erfahrung gemacht haben, kooperatives Lernen zu vermitteln. Alte Gewohnheiten werden nicht leicht abgelegt. Aber sie können abgelegt werden. Und es ist nie zu spät, damit zu beginnen. Die Erfahrung hat gezeigt, daß Schüler, die erst nach der Grundschule im Jigsaw-Classroom lernen, von der kooperativen Struktur profitieren..
Zum Schluß
Manche Lehrer könnten meinen, sie hätten bereits versucht mit der Kooperativen Lernmethode zu arbeiten, weil sie ihre Schüler gelegentlich mit der Anweisung, zusammenzuarbeiten in kleine Gruppen aufgeteilt hatten. Kooperatives Lernen erfordert allerdings mehr, als ein paar Kinder um einen Tisch zu setzen und ihnen zu erzählen, sie sollen gemeinsam arbeiten und nett zueinander sein. Solche lockeren und unstrukturierten Situationen enthalten nicht die entscheidenden Elemente und Maßnahmen, durch die die Jigsaw-Methode und andere Strategien des Kooperativen Lernens so gut funktionieren.
For additional information, see Elliot Aronson's Jigsaw Basics
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