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Lee Ross Professor der Psychologie Stanford Universität
Vor dreißig Jahren forderte Georg Miller in einer denkwürdigen Ansprache an die American Psychologist Association (APA) seine Kollegen auf, „die psychologischen Erkenntnisse besser weiterzugeben“ – die aktuellen sozialen Probleme nicht nur in wissenschaftlichen Fachzeitschriften zu behandeln, sondern auch den normalen Menschen außerhalb des Elfenbeinturms der Wissenschaftler zugänglich zu machen.
Kein Psychologe hat sich dieser Herausforderung beständiger und erfolgreicher gestellt als Elliot Aronson.
Er spricht den Leser in seiner Darstellung von dem, was in Amerikas Schulen passiert, auf eine leidenschaftliche und oft persönliche Weise direkt an.
Wir bekommen ein Gefühl von dem drangsalierenden, ausschließenden, erniedrigenden Konkurrenzkampf und der tiefen Entfremdung, die Jugendlichen in einer Zeit ihres Lebens widerfährt, in der sie besonders verwundbar sind.
Und wir müssen zur Kenntnis nehmen, daß die Ausbilder nur unzureichende Akzente auf Einfühlungsvermögen, Kooperation und die Entwicklung sozialer Intelligenz setzen. Zu oft muß Aronson beklagen, daß Ausbilder und Eltern an den Schulen ihrer Kinder eine Atmosphäre tolerieren, die sie an ihren eigenen Arbeitstellen niemals erlauben würden. In einer Gesellschaft, in der das Lösen von Konflikten und Problemen durch Gewaltanwendung in den Nachrichten und Unterhaltungsmedien allgegenwärtig ist, in der Waffen zur Umsetzung mörderischer Impulse so leicht beschafft werden können, sind die Auswirkungen ebenso unvermeidbar wie tragisch
Auf sinngemäße Weise, bestätigt Aronson die Notwendigkeit, die Einschränkung medialer Gewalt und strengere Maßnahmen zur Waffenkontrolle zu veranlassen, und in einigen Schulen eben auf den Gebrauch von Metalldetektoren zurückzugreifen.
(Obwohl er zum letzteren Fall eindringlich anmerkt, daß diese Maßnahme den Druck der gegebenen Lernumgebung eher verstärkt, denn zu verringern.)
Aber er beharrt darauf, daß wir die eigentliche Wurzel des Problems angehen, und unsere Schulen auf eine fundamentale Weise transformieren müssen.
Das bedeutet, wir müssen Schritte unternehmen, Spott und Ausgrenzung zu dämpfen, die empathischen Fertigkeiten und Werte der Schüler zu entwickeln, und Lernumgebungen zu erschaffen, die Kooperation und Toleranz aktiv fördern und bestärken.
Weder die Analyse der Ursachen, noch die vorgeschlagenen Heilmittel sind besonders neu.
Einmalig an Aronsons Verfahren ist allerdings sein überzeugender Weg, sozialpsychologische Theorie und Forschung zu betreiben, und seine Analysen und Maßnahmen anschaulich darzulegen.
Dem Leser wird eine schnelle, aber fachmännische Reise zu den klassischen Experimenten und grundlegenden Konzepten der Sozialpsychologie geboten.
Besonders erklärt Aronson, daß die wichtigste Erkenntnis der Sozialpsychologen, die Neigung, die wir alle haben, abweichendes Verhalten dem bösen oder krankhaften Verhalten des einzelnen Täters zuzuschreiben, einbezieht.
Auf diese Weise gelingt es uns nicht, die mächtige Rolle situationaler Faktoren, und die Wahrscheinlichkeit, daß eine weniger krankhafte Situation eher positives Verhalten produzieren würde, zu begreifen.
Aronson bietet außerdem eingehende Darstellungen von erfolgreichen Interventionen, zur Schaffung weniger feindseliger Schulumgebungen, einschließlich eines bemerkenswert erfolgreichen norwegischen Programms, Mobbing zu reduzieren, sowie seine eigene berühmte „Jigsaw-Classroom“ Technik zur Förderung von Kooperation und Sozialer Integration.
Ein Buch über die Herausforderungen, vor denen unsere Schulen stehen, das gleichzeitig Eltern und andere Leser, aber auch Ausbilder und Lehrer über die wichtigsten Konzepte sozialpsychologischer Forschung aufklärt, belehrt und inspiriert, erfüllt auch wissenschaftliche Kollegen mit Stolz und ist eine seltene Leistung. Elliot Aronson hat ein 190 seitiges Meisterwerk geschaffen, dessen Lektüre für Lehrer und Eltern nützlich ist.
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