Überblick über die Technik

Geschichte des Jigsaw-Classrooms

Jigsaw in 10 einfachen Schritten

Tips zur Anwendung

Bücher und Artikel zur Jigsaw Methode

Kapitel 1 von Aronsons Buch "Nobody Left to Hate: Teaching Compassion After Columbine"

Links zu Kooperativem Lernen und Gewalt an Schulen

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Überblick über die Technik

Der Jigsaw Classroom ist eine kooperative Lernmethode, die seit mehr als drei Jahrzehnten mit Erfolg rassistische Konflikte an Schulen reduziert und dabei auch positive pädagogische Ergebnisse erzielt. So wie in einem Puzzle jedes einzelne Teil – ist jeder Schüler essentiell wichtig für die Komplettierung des Lernstoffs und das volle Verständnis des Themas. Wenn der Beitrag jedes Schüler derart wichtig ist, dann ist jeder Schüler selbst unbedingt wichtig; und genau das macht die Strategie so effektiv.

Und so funktioniert’s: Die Schüler beispielsweise einer Geschichtsklasse werden in kleine Gruppen („Jigsaw-Gruppe“) zu je fünf oder sechs Kindern aufgeteilt. Ihre Aufgabe könnte sein, etwas über den zweiten Weltkrieg zu lernen. In einer Jigsaw-Gruppe wäre Sara verantwortlich dafür, einen kurzen Vortrag über Hitler’s Aufstieg an die Macht im Vorkriegs-Deutschland vorzubereiten. Ein anderes Mitglied der Gruppe, Steven, erarbeitet das Thema Konzentrationslager; Pedro wird angewiesen, Großbritanniens Rolle im Weltkrieg herauszuarbeiten; Melody referiert über die Sowjetunion, Tyrone über den Einstieg Japans in den Weltkrieg und Klara über die Entwicklung der Atombomobe.

Anschließend kehrt jeder Schüler in seine ursprüngliche Jigsaw-Gruppe zurück und trägt seine Ergebnisse in Form eines Kurzreferates der Gruppe vor. Die Situation ist derart gestaltet, daß die einzige Möglichkeit, alle fünf nötigen Ergebnisse zu erhalten, darin besteht, den Berichten der jeweils vortragenden Personen sehr gut und genau zuzuhören. Wenn Tyrone Pedro nicht leiden kann, oder er denkt, Sara sei eine Streberin, und er nicht zuhört, kann er im anschließenden Test am Ende der Stunde nicht gut abschneiden.

Um die Wahrscheinlichkeit, daß jeder Vortrag möglichst fehlerfrei sein wird zu erhöhen, kehren die Schüler, die sich in den Lehrstoff vertieft haben, nicht sofort in ihre Jigsaw-Gruppen zurück. Stattdessen treffen sie zunächst die anderen Schüler mit derselben Aufgabe (je einen von jeder Jigsaw-Gruppe). Zum Beispiel treffen sich alle Schüler, die die Entwicklung der Atombombe zur Aufgabe haben, als ein Spezialisten-Team, sammeln Informationen, werden Experten für ihr Thema und üben gemeinsam ihre Präsentation. Für Schüler, die Probleme zu lernen haben, oder nicht so leicht in das Thema einsteigen, kann es hilfreich sein, sich mit anderen „Experten“ auszutauschen.

Sobald alle Experten auf dem neuesten Stand sind, kehren die Schüler wieder in ihre ursprünglichen Jigsaw-Gruppen zurück. Der Atombomben-Experte informiert jeweils seine Gruppe über die Entwicklung der Atombombe. Jeder Schüler in jeder Gruppe informiert die übrigen Gruppenmitglieder über sein Spezialgebiet. Dann werden die Schüler von ihren Kameraden in der Gruppe gestestet, was sie über den Zweiten Weltkrieg gelernt haben.

Aber was ist der Nutzen des Jigsaw-Classrooms? Zunächst und vor allem ist es ein bemerkenswert effizienter Weg zu Lernen. Aber genauso wichtig ist der Prozeß, der dazu anregt, einander zuzuhören, sich zu engagieren, das Einfühlungsvermögen zu verbessern, indem jedem Mitglied der Gruppe ein essentieller Part an der gemeinsamen Aktivität übermittelt wird. Die Gruppenmitglieder müssen gemeinsam arbeiten, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen: jede Person ist abhängig von den anderen. Kein Schüler kann alleine Erfolg haben, wenn nicht alle als Team zusammenarbeiten. Diese „arrangierte“ Kooperation fördert die Interaktion aller Schüler in der Klasse untereinander und führt sie dahin, die anderen als Mitwirkende zu einer gemeinschaftlichen Aufgabenstellung wertzuschätzen.



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